Publishingmodelle #3: Netminds

Wir haben viel mehr Möglichkeiten, als wir nutzen können. Grundsätzlich könnte auch der Autor alles selbst machen – Layout, Korrektur, Produktion, Marketing. Aber wie wirkt sich das auf die Qualität aus? Und bleibt dann noch Zeit zum Schreiben?

Hier setzt netminds.com an. Netminds sieht sich als Teampublishing-Plattform, auf der Autoren Teams für ihre Buchprojekte bilden können. Buchprojekte, so der Gedanke dahinter, sollten wie Start Ups behandelt werden: Nur veröffentlichen reicht nicht; es braucht Professionalität in jeder Hinsicht und eine straffe Organisation.

Netminds Publishing

Auf Netminds posten Autoren Buchprojekte und schreiben Jobs aus – Coverdesigner, Layouter, Korrektoren, Layouter, Vermarkter können ihre Angebote abgeben. Musterverträge und gestützte Online-Verhandlungen helfen, die passenden Zusammenarbeitsformen zu finden, ebenso werden verschiedene Lizenzmodelle unterstützt: Teams können über geteilte Tantiemen, Fixbeträge oder Kombinationen aus diesen Modellen entscheiden. Netminds bietet Produktion, ein Distributionsnetzwerk, und Vermarktungsunterstützung.

Jüngster Coup: Atari-Gründer Nolan Bushnell produzierte sein “How to find the next Steve Jobs” mit Netminds. Der heute 70jährige fand bei traditionellen Publishern zwar großes Interesse, diese wollten aber sein Projekt auf die lange Bank schieben – innerhalb der nächsten vier Jahre sollte es erscheinen. Bushnell fand, er hätte nicht mehr so viel Zeit, stellte auf Netminds ein Team zusammen, dealte eine 20%-Beteiligung für Netminds aus und teilte den Rest der Einnahmen 50/50 mit dem Produktionsteam.

Netminds-Gründer Tim Sanders: “Die Publishing-Industrie ist ineffizient und unfair.” – Dem möchte sein Start Up mit Technologie und Vermarktungskonzepten entgegensteuern. Das bedeutet nicht zuletzt: Auf bei Netminds produzierten Büchern bekommt jeder ausführliche Credits – egal ob Schreiber, Designer, Lektor. Das, und die die flexibel vereinbarten Einnahmenmodelle, geben dann auch jedem Beteiligten Gründe, sich beim Marketing ins Zeug zu werfen…

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Michael Hafner

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