Politikvideos – die Verräter in den eigenen Reihen…


Gestern abend habe ich den Fehler gemacht, ein paar Wienwahl-Videos auf youtube anzuschauen. Schwerer Fehler. Durch die Bank das nackte Grauen, das sich auf den Magen schlägt.

Ein paar willkürliche Beobachtungen des interessierten Laien.

Dass man sich in der Politik zum Idioten macht, ist anscheinend nun mal so. Dass man das dadurch unterstreicht, dass 85% der Videos keinen Inhalt haben, sondern andere Leute zeigen (Anhänger und Unterstützer), die sich genauso zum Idioten machen, ist neu.

Die Flut verursacht Fehler (und dokumentiert sie für alle). Aber das liegt nur daran, dass alle so fiele Vorderungen haben und ganz forne dabei sein wollen. Besser kommt dabei aber niemand rüber.

Allerdings frage ich mich, was das bedeutet, wenn Politiker Forderungen stellen. Forderungen stellt jemand, der das, was er möchte, nicht selbst umsetzen kann. Das "Vorderungen"-Flugblatt der VP Donaustadt bedeutet also entweder, dass sie sich mit der kommenden Niederlage schon abgefunden haben, oder dass sie Dinge fordern/versprechen, die sie nicht (selbst) umsetzen können. - Wozu dann also diesen Verein wählen?

Auf SP-Pensionisten-Veranstaltungen Berührungsängste zu Udo Jürgens zu überwinden ist tapfer - aber öffnet das nicht Stefan Petzner Tür und Tor?

Grüne: Naja, schön sind's ja (die Filme). Aber manchmal lassen sie einen ein bisschen ratlos zurück.

Die ÖVP möchte dagegen so viel sagen, dass hoffentlich mit der Wahl der übliche grosse Krach folgt und sich alles magisch in Luft auflöst - wenig darauf scheint ja Verlass zu sein.

Die am häufigsten rübergebrachte Story ist, dass Wahlkampf viel Arbeit ist - Dann spart euch das doch einfach, zumindest den Mehraufwand, den Aufwand dramatisch darzustellen.

Denn, fragt sich der interessierte Laie, der ja bald gefragt wird, als er, als Publizist, soll und darf - was soll der Schwachsinn?
Hier entsteht ein neues Genre der Selbstdemontage, Infantilisierung und Eigenentlarvung. Die Logik dahinter muss ungefähr folgende sein:

  • Bewegte Bilder sind für die Blöden. Wir Gebildeten könnten ja lesen, sogar auf Deutsch.
  • Bewegte Bilder sind erfolgreich; die Menschen sehen gerne fern.
  • Wir würden gern erfolgreich sein.
  • Also machen wir was ganz Blödes. Und hoffen, dass das irgendwer cool findet.

Momente unbezahlbarer geistiger Schönheit entstehen für böswillige Geister wie mich dann, wenn dieser medial-funktionalen Schwachsinnsdemonstration dann noch eine inhaltliche zur Seite steht, wie in diesem Video von Christine Marek, dem unangefochtenen Star aller Fettnäpfchen:

  • Die Inhalte der TV-Diskussion, die hier angesprochen ist, spielen keine Rolle, nicht die geringste.
  • Stattdessen wird gezeigt, wie die Nebenerwerbsspitzenkandidatin auf dem Weg begeistert bejubelt wird.
  • Nicht vom begeisterten Volk, sondern von den eigenen Wahlhelfern (Sind die gelbschwarzen Monarchiereminiszenzen eigentlich Absicht?.
  • Und damit die dabei nicht einschlafen, werden sie noch von Cheerleadern mit Megaphon angetrieben.
  • Fazit: VP - Minderheitenprogramm im eigenen Sumpf. Wenigstens eine klare Message.

Das ist grosse Unterhaltung. Kein linker Investigativling hätte das schöner und umfassender darstellen können.

Was ich wählen werde?
Als Nicht-mehr-Wiener muss ich mir diese Frage nicht stellen. Und ich hoffe, dass ich auch weiter noch ohne Deutschprüfung einreisen darf, dass die Stadtwachen an den Toren nicht zu streng werden und dass die Diskussion um die Hundstrümmerl nie zu Ende geht.

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