Beraterbashing? – Wo Profis in der Pressearbeit Sinn machen

Beraterbashing war lange ein beliebter Sport für mich, ich gebs zu. Was heisst war? – Ich bin immer noch sehr wählerisch.
Nicht ausser acht zu lassen ist aber die handwerkliche Qualität: Während Organisations- und Prozessberater bei mir noch immer Unverständnis hervorrufen (Wie kommt jemand, der nicht in einer Branche arbeitet, keine Unternehmensprozesse von innen kennt, und noch nie für langfristige Prozesse verantwortlich war, auf die Idee, hier Tipps zu geben?), ist umgekehrt der Medienbereich einer, in dem wir mehr und mehr daran erinnern müssen, dass es hier auch Profis gibt.
Die Verwechslung von Mitmach-Web (gut) und Selbstmach-Web (naja) ist eine der aktuellen Online-Epidemien.
Soll jetzt jeder Einzelunternehmer oder Klein- und Mittelunternehmer sein Geld zu großen Agenturen tragen? – Agenturen sind oft auch nur noch Vermittler, die das Handwerk an eigene Dienstleister, gerade in der Medien- und PR-Beratung, weitergeben. Also warum nicht gleich einen Schritt überspringen und schneller und günstiger ans Ziel kommen? Gut vernetzte Freelancer sind oft um einiges effektiver und effizienter.

Warum nicht überhaupt selbst machen? Gerade in der Pressearbeit machen handwerkliche Qualität und direkte Kontakte den großen Unterschied aus. – Wen mit welchem Thema ansprechen, wie, und vor allem wie oft? Social Media erhöhen zwar die Kontaktfrequenz, aber jeder, der das einmal probiert hat weiss: Es wird nicht leichter, Kunden, Journalisten oder andere wichtige Kontakte anzusprechen, wenn man mit ihnen vernetzt ist. Im Gegenteil: Gerade wenn man sie ein bisschen kennt, ein paar „Likes“, Retweets oder Kommentare miteinander teilt, sind Massenmails umso unangebrachter. Jeder will auf das Stückchen gemeinsame Geschichte angesprochen werden – sonst verlieren die Kontakte an Wert.
Das ist persönlich (im Gespräch oder bei der Pressekonferenz – aber wer macht das schön öfters?) gut möglich, aber Presseaussendungen so anzupassen, dass jeder bekannte Empfänger das Gefühl hat, hier als Bekannter behandelt zu werden, artet in echte Arbeit aus – bringt aber ein Vielfaches an Wirkung.
Umso besser, wenn ein vertrauenswürdiger PR-Berater das handlen kann. Gute Platzierung von Themen ist auch über die Ansprache von Medien hinaus wichtig: DIe Verbindung von Unternehmen mit Themen ist ein wichtiges Marketinginstrument: Je mehr Treffer eine Recherche hier bringt, desto professioneller und vertrauenswürdiger – schlicht besser – wirkt das Unternehmen für den Kunden. Umso mehr dort, wo innovative, komplexe Themen, etwa im IT-Bereich, transportiert werden müssen.

Trotzdem: Genau aussuchen, bewusst entscheiden und gezielt einsetzen sind die wichtigsten Vorgangsweisen bei der Auswahl von Beratern. Freelance in Pressearbeit und Medienproduktion sind eine zukunftsträchtige Alternative, um den großen Agenturen zu entkommen…

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One comment

  • Sandro Marin 21. Mai 2011   Reply →

    Vielen Dank für den Beitrag. Wir als kleine Firma haben lange gezögert und sind schliesslich nach ersten zaghaften Vorstößen bei den meisten PR-Agenturen abgeblitzt bzw. unter 2000 Euro im Monat wollte keine Agentur einen Betreuungsauftrag übernehmen. Wir werden uns nun direkt an freiberufliche PR-Berater wenden.

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