Pizza für alle – Pizzeria Anarchia wird geräumt

[su_dropcap]E[/su_dropcap]igentum ist ja immer ein Problem. Vor allem, wenn man das, was man besitzt, so wenig braucht, dass man es dauerhaft anderen überlässt, die dann dafür bezahlen sollen. – Oder auch nicht bezahlen, wie es ursprünglich in der Geschichte der Pizzeria Anarchia der Fall war: Hausbesitzer quartieren Punks, Anarchisten, oder wie man es auch nennen möchte, in einem teilweise leerstehenden Haus ein – in der Hoffnung, so meint man, diese würden im Lauf der Zeit die verbliebenen regulären Mieter aus dem Haus ekeln.

Das Gegenteil war der Fall – man vertrug sich gut, hatte wenig Ärger mit der Umgebung, und dachte dann nicht mehr daran, das Haus aufzugeben.
Das schon lange erlassene Räumungsurteil wurde heute durchgesetzt. Über die Zahl der eingesetzten Polizisten wussten offenbar diese selbst nicht so genau bescheid – von bis zu 1700 war die Rede, es waren jedenfalls viele. Und es wurden immer mehr.
Im Lauf des Vormittags haben sich dann auch viele Schaulustige und Anrainer versammelt. Was auffällt: Die meisten schüttelten den Kopf. Kaum einer zeigte sich erleichtert, dass jetzt endlich Ordnung einkehrt; manchen war anscheinend noch gar nicht aufgefallen, dass sie bis jetzt in der Nachbarschaft eines besetzten Hauses gewohnt hatten. Vereinzelte „Der Hitler hätt a Bombn reingeworfen und a Ruh is“-Sager, kamen nicht von Harald Vilimsky. Und ältere Damen zeigten sich eher um die Hausbesetzer als die Hausbesitzer besorgt.

Schön, wenn sich das Kapitalwachstum so viel leichter sichern lässt, als das Wirtschaftswachstum. Und selten hat man so schön gesehen, um welchen Preis…
Und die Sache mit dem Eigentum? Darauf komme ich später noch mal zurück.

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