Nutzenwahrnehmung

Nutzen muss nicht immer aus Einnahmen bestehen – aber mit Einnahmen laesst sich am besten rechnen. Direkte Einnahmen koennen Verkaufseinnahmen, Subscriptions, Lizenz- oder Pay per Use-Einnahmen sein, dazu kommen noch Werbeeinnahmen, Sponsoring oder diverse Sachleistungen.
Interne Medien haben auch auf Userseite Einnahmenpotential: Zeitersparnis in der Nutzung kann sich positiv auf der Habenseite auswirken, verbesserte Suchfunktionen, hoehere Trefferquoten, effizientere Information tragen ebenfalls zu einer positiven Entwicklung des Mediums bei.

Indirekte Gewinne sind nicht immer leicht in Zahlen zu fassen: Gerade Werte wie Vertrauen sind aktuell heiss diskutiert, aber nicht in Geld auszudruecken. Dennoch ist eine User- oder Lesercommunity, die dem Medium vertraut, nicht nur eine verlaessliche Zielgruppe, sondern auch ein schlagkraeftiges Argument gegenueber Partnern und Kunden. – Vertrauen, positive Beziehungen vervielfachen den Wert von Potentialen wie Reichweite oder Marktanteil.

Andere indirekte Einnahmen oder Gewinn in Medienprojekten lassen sich analog zu Opportunitaetskosten betrachten: Reichweite bedeutet zwar keine Einnahmen per se, aber Verdraengung von Mitbewerbern – und damit potentielles Kapital.
Das gleiche gilt fuer Kontakte, seien es Beziehungen oder Kontaktadressen: Sie sind Potential, koennen teuer erkauft werden oder eben ueber Medien erreicht werden. Damit koennen ebenfalls oft grosse Summen auf der Habenseite bewegt werden.

Gerechnet werden kann nun mit allem, was sich in Zahlen ausdruecken laesst:

  • Direkte Einnahmen sind direktes Geld.
  • Gewonnene Kontaktdaten koennen ebenfalls bewertet werden (zu welchem Preis haetten sie gekauft werden koennen?) und sind somit ebenfalls Geld wert
  • Pageviews auf eigenen Verkaufsseiten (etwa Abo-Seiten eines Mediums) koennen mit dem Geld aufgewogen werden, das eine externe Kampagne mit entsprechender Reichweite kostet
  • Userkommentare, Bewertungen, User-Blogs oder Einsendungen zu Lesernews-Seiten oder offenen Wiki-Bereichen muessen ebenfalls mit Geld bewertet werden – aehnlich wie Antworten auf Direktmarketing-Kampagnen oder Antworten auf Umfragen bewertet werden
  • In internen Medien kommt zusaetzlich noch der Faktor der Effizienz auf die Rechnung: Finden die User Information nun schneller, koennen sie oefter das Richtige tun?

Sind die Einnahmen definiert, bleibt die Herstellung der entsprechenden Relationen oft noch problematisch. Welche Kosten stehen in Beziehung zu welchen Einnahmen? Wie wirken sich Aenderungen aus? Neben dieser Frage nach den entsprechenden Parametern von Kosten– und Nutzenfaktoren ist auch die Frage der Erfolgsmessung zu klaeren: Welche Kriterien sind in erster Linie fuer Erfolg und Misserfolg verantwortlich? Was sind die Ziele, wie wird ihre Erreichung gemessen? Und wie wirkt sich das in finanziellen Werten aus?

Umfassend betrachete Medienprojekte liefern selten glatte Business-Cases. Wenn mehr Dimensionen als Personal- und Produktionskosten auf der einen Seite und kurzfristige Werbeeinnahmen auf der anderen Seite beruecksichtigt werden, gibt es immer was zu diskutieren.

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