Kostenwahrnehmung


Die Kostenseite in Medien – und vor allem Online-Medien – ist vielseitig. Infrastruktur, Lizenzen, Netzwerke, Wartungsvertraege sind in der Regel externe Kosten, direkt budgetwirksam und meist in jeder Kostenaufstellung praesent.
Laufende Weiterentwicklung und Fehlerbehebung, Einspielen von Patches, Anpassung an Aenderungen im Umfeld (neue Browserversionen, WAI-Standards oder aehnliches) sind Kosten, die oft uebersprungen werden. Sie sind planbar, werden aber immer wieder als ploetzliche und unvorhergesehene Schadensfaelle behandelt.

Laufende Kosten zuordnen


Laufende Kosten wie Redaktionskosten, Redakteurstraining, Bildbearbeitung, Bildrechte und andere mit den Inhalten verbundene Kosten werden oft voellig ignoriert. Sie sind meist Personalkosten, werden als ohnehin vorhanden betrachtet und sind sehr schwer zu zuordnen. – Wann verursacht ein Redakteur direkt zurechenbare Kosten, wann ist er produktiv etwa im Business Development taetig, wann muss seine Zeit vielleicht ganz woanders zugeordnet werden?
In internen Medienprojekten kommen oft noch Kosten fuer Rollout, Integration, Usertraining dazu; in manchen Faellen wird bei internen Medien, etwa flaechendeckenden Intranets, noch die Arbeitszeit, die User mit dem Medium verbringen, den Kosten hinzugerechnet.

Distributionskosten im Umbruch


Produktion und Betrieb sind die messbaren Kosten, die fuer viele Medienarten gleich aufgebaut und nachvollziehbar sind. Distributionskosten befinden sich im massivem Umbruch. Vertrieb, Transport, Lagerhaltung, Kolportage fallen bei Onlinemedien weg; Vertriebskosten sind hier Anteil von Infrastruktur- und Netzwerkkosten.
Der scheinbare Wegfall von Vertriebskosten muss in Relation zu den Einnahmen gesehen werden – die Moeglichkeiten durch neue Vertriebswege sollen nicht ueberschaetzt werden. Geringere Vertriebskosten werden erst dann schlagend, wenn sich auch auf der Einnahmenseite etwas bemerkbar macht. Bei genauer Betrachung verkehrt sich der auf den ersten Blick ueberwiegende Vorteil von Onlinemedien gegenueber klassischen oder Printmedien in einen nicht zu unterschaetzenden Problemfaktor: Die fixen Kosten sind vor allem im unteren Bereich nur in geringem Ausmass von der Reichweite abhaengig. Erst bei deutlich steigenden Nutzungszahlen muss auch die Infrastruktur ausgeweitet werden. Im unteren Bereich sind also die Kosten ziemlich gleich – egal ob zehn oder zehntausend User erreicht werden.

In kommerziellen Projekten sollte der Kostenbegriff auf jeden Fall weit angesetzt werden – es wird immer mehr, und die Arbeit an Medien hoert nie auf…

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