Standuppaddling: Gegen den Strom


Erst vergangenes Jahr wurde aus der Donau bei Hainburg ein Panzer geborgen. Bis zum Cunovo-Staudamm unterhalb von Bratislava gilt die Donau als Gebirgsfluss. Entlang der friedlichen Trepplwege rund um Stopfenreuth, Eckartsau oder Orth stehen immer wieder Kreuze, die an Überschwemmungen, Unfälle und andere Opfer erinnern – Grund genug, der Donau auch östlich von Wien mit Respekt zu begegnen. – Vielleicht wird man mit dem Alter aber auch einfach übervorsichtig. Jedenfalls habe ich mit seit letztem Herbst gefragt, ob es schlau ist, mit einem Stand Up Paddle Board in der Donau hinaus in die offene Strömung zu fahren – und wie weit ich dabei gegen die Strömung kommen kann. Ich habe Wasserstände, Strömungsgeschwindigkeiten, Strömungsrichtungen, Kehrwasser und Gegenströmungen, Steine, Blockwurfzonen, Landeplätze, Verbindungen in die Au und den Schiffsverkehr beobachtet. Ein paar Testversuche schwimmend unternommen, und Schlauchboote und Kanus beobachtet.
Was hat das alles geholfen?


Letzten Endes musst Du es ausprobieren.
Es lässt sich nicht fix sagen, wie fahrbar die Donau im Aubereich unterhalb von Wien ist, das ändert sich mit Wind, Wasserstand, Schiffsverkehr – aber mit ausreichender Vorsicht macht es Spass. Dabei bin ich in meinen ersten Versuchen gar nicht besonders weit gekommen.
Mein Einstiegspunkt ist das Ende des ersten Au-Arms, der von der Stopfenreuther Forststrasse flussabwärts führt. Von dort geht es erst mal ruhig flussaufwärts, flussabwärts liegt – für Notfälle, selbst wenn Du in der Strömung den Weg zurück in die Au verpasst, eine flache Schotterbank, von der aus Du auch zu Fuss wieder in die Au kannst, falls alles schief geht. Am linken Ufer (wenn Du flussaufwärts paddelst, ist es das rechte) sind einige Blockwurfzungen ins Wasser gebaut. Die beruhigen bei niedrigem Wasserstand die Strömung, allerdings musst du auch weiter in den Fluss und damit in die Hauptströmung, um die zu umfahren (Vorsicht auf die Finne). Bei höherem Wasserstand können sie direkt überfahren werden, es bilden sich aber oft kleine Wellen, Turbulenzen und kurzfristig sehr starke Strömungen, die einen kontrollierten Sprint fordern.
Ausdrückliche Empfehlung: Probier all das erst mal aus, bevor Du wirklich fahren willst – erstens um Gefühl für die Strömung zu bekommen, zweitens, um herauszufinden, ob das Upstreamfahren wirklich etwas für Dich ist. Gerade im Bereich der Donauauen ist der ungeplante Ausstieg kaum möglich: Die Ufer sind an langen Streckenabschnitten mit Blockwürfen überzogen, die gefährlich für Bord und Knöchel sind, und selbst wenn Du heil am Ufer gelandet bist – bist Du mitten im Dschungel, der mit einem Board in der Hand nicht durchquert werden kann. Das bedeutet: Bei Problemen musst Du immer noch zurück zum Einstiegspunkt, und von dort wieder den ganzen Weg zur Landestelle zurück

Fazit nach den ersten Versuchen: Es ist durchaus möglich, auch in diesem Donauabschnitt stromaufwärts zu paddeln. Allerdings habe ich noch nie die geplante Strecke geschafft. Zu wenig Wasser (was Kraft und Mut kostende Ausflüge in die Hauptströmung verlangt, dicke Walzen, die Dich schneller zum Ufer drücken, als Du paddeln kannst, größere Treibholzmengen und andere Unsicherheitsfaktoren haben mich immer noch nach längstens eineinhalb Kilometern zu Umkehren gezwungen. Ich habe es mir zur Regel gemacht, am Fluss immer nur maximal einen zweiten Versuch zu starten…

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