Buzzmasta WoFe und Niki das Chamäleon


News aus Nerdland Was lernen wir aus dem Fellner-Lauda-Wrabetz-Haider-Quadrill? – Die Arbeitsmoral in eigentümergeführten und öffentlichen Medienunternehmen ist recht unterschiedlich, und wenn ich als Finanzminister nur von meinem eigenen Geld Steuern hinterzogen habe, ist das doch nicht schlimm…

A-Promi Laufa bezichtigt Zeitungsherausgeber Fellner des Wortspendenraubs! Das an sich belanglose Societygeplänkel zweier Klatschspaltenfüller kann, abhängig von der Perspektive, durchaus interessant sein. Kurz der Hintergrund: Lauda wurde von Fellner mit kritischen Äußerungen zur nächsten ORF Tanzshow, in der Alfons Haider mit einem Mann tanzen möchte, zitiert. Lauda konterte darauf, er habe das nicht in einem offiziellen Interview mit „Österreich“-Herausgeber Fellner gesagt, sondern in einem nicht-offiziellen Gespräch mit ORF-Chef Alexander Wrabetz.

  • Das lässt nun mal interessante Rückschlüsse auf die unterschiedliche Arbeitsmoral in eigentümergeführten und öffentlichen Medienunternehmen zu: Der eine Medienboss ist immer im Dienst und verarbeitet alles, der andere eben nicht.
  • Informationsethik ist eine andere Facette. Reden wir über alles – oder nur über das, was da eigene Programm nicht stört?
    Spannend ist auch, wie chamäleonartig zwischen öffentlicher und privater Meinung gewechselt werden kann. Interview im zeitgenössichen Journalismus bedeutet: Sag mir welches Klischee du gern hättest und ich erfüll es dir. – Ernähren sich Chamäleons nicht von Fliegen?
  • Und schliesslich: Die als Word of Mouth, World of Mouth oder Socialnomics beschriebene Dynamik ist damit auch bei Papiermedien angekommen. Das ist jetzt vielleicht ein österreichisches Societyspezifikum, aber immerhin auch eine Pioniertat. Buffet-Seeding, nicht mit Würstel- oder Kaffee-Sieden zu verwechseln.

Die Argumentation ist schliesslich ausbaubar. Die rhetorische Figur ist ähnlich wie:

  • Ich habe nicht verschlafen – mein Wecker hat nicht geläutet.
  • Oder: Natürlich bin ich Demokrat. Aber wer mich kritisiert, dem kann ich nicht mehr Vertrauen. Wozu hat man sonst Soldaten?
  • Oder: Die Steuerhinterziehung betrifft nur mein Privatvermögen. Das hat mit meinem Job als Finanzminister gar nichts zu tun…

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