SOAR und der Social Faktor


SOAR ist ein Modell buddhistischer Dialektik. Es wurde vom zeitgenoessischen Zen-Philosophen Gudo Nishijima in mehreren Buechern zur Interpretation von Dogen Zenjis Shobogenzo, der zentralen Schrift des nuechternen Soto-Zen, entwickelt.

SOAR steht fuer Subjekt, Objekt, Aktion und Realitaet und wird auch als Philosophie der drei Philosophien und der einen Realitaet bezeichnet. Subjekt und Objekt steht fuer Subjektivismus ud Objektivismus, Idealismus und Materialismus, Rationalismus und Empirismus – fuer logische, einander ebenfalls schon oft widersprechende und gut gegruendete Philosophien. S und O sind jene Bereiche, ueber die wir reden koennen. Hier koennen wir endlos argumentieren, ohne einander zu begegnen, Streiten ohne Beruehrung und intensiv ohne Aussicht auf Fortschriftt arbeiten.
A, Aktion, ist das, was in der Zwischenzeit passiert. Dinge passieren einfach, wir machen etwas, wir gehen mit Dingen um, halten sie unserem Gegenueber hin, bekommen etwas, beruehren etwas, veraendern etwas. Jeder tut etwas, jeder sieht seine Handlungen anders. Wir koennen also etwas tun, wir wissen, dass etwas passiert, aber wissen wir, was es bedeutet, warum es passsiert? Brauchen wir das zu wissen?
Dinge geschehen auch, ohne dass wir es wissen
, wollen oder verstehen, wir sind fuer das, was wir gern als Wahrheit annehmen wuerden, voellig irrelevant. Das ist die Realitaet (R). Wir spielen die geringste Rolle, koennen uns allenfalls im Diskurs als Subjekt in Bezug auf Objekte wieder einbringen.

Vielleicht ist es noch nicht ganz einleuchtend, aber ich sehe darin - und in den moeglichen, darauf aufbauenden Konzepten - einen der sexiesten Ansaetze zur Erklaerung von Nutzen und Grenzen des Social-Faktors in neuen Online Medien.

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